Biographie

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Ricardo Azevedo, Schriftsteller und Illustrator aus São Paulo, geboren 1949, ist Autor zahlreicher Bücher für Kinder und Jugendliche, unter anderem Um homem no sótão (Ática), A casa do meu avô (Ática), Aula de carnaval e outros poemas (Ática), Trezentos parafusos a menos (Moderna), Livro dos pontos de vista (Ática), Armazém do Folclore (Ática), Histórias de bobos, bocós, burraldos e paspalhões (Ática), O livro das palavras (Editora do Brasil), O sábio ao contrário (Editora do Brasil), Contos de enganar a morte (Ática), Chega de saudade (Moderna), Contos de espanto e alumbramento (Scipione), O livro de papel (Editora do Brasil), Ninguém sabe o que é um poema (Ática), Feito bala perdida e outros poemas (Ática), O leão da noite estrelada (Saraiva), Contos e lendas de um vale encantado (Ática), Fazedor de tatuagem (Moderna), O chute que a bola levou (Moderna) und O motoqueiro que virou bicho (Moderna).

Er erhielt bereits vier Mal den Jabuti-Preis für die Bücher Alguma coisa (FTD), Maria Gomes (Scipione), Dezenove poemas desengonçados (Ática) und A outra enciclopédia canina (Companhia das Letrinhas), gewann den Preis der APCA (Verband der Kunstkritiker São Paulo) und andere Auszeichnungen.

Seine Bücher wurden in Deutschland, Portugal, Mexiko, Frankreich und den Niederlanden veröffentlicht, Texte von ihm erschienen in Sammelbänden in Costa Rica und Kuwait.

BA in Visueller Kommunikation (Fakultät der Bildenden Künste Fundação Armando Álvares Penteado) und Doktorat an der Universität São Paulo. Er verfasste seine wissenschaftliche Abschlussarbeit zum Thema Samba (“Abençoado e danado do samba – O discurso da pessoa, das hierarquias, do contexto, da religiosidade, do senso comum, da oralidade e da folia”; Edusp, in Druck). Forscht im Bereich der Volkskultur und wird als Gastprofessor zu verschiedenen spezialisierten Seminaren in Kunsterziehung und Literatur eingeladen. Hat zur Problematik der Verwendung von Belletristik in der Schule zahlreiche Vorträge gehalten sowie Artikel verfasst, die in Büchern und Journalen erschienen sind.

Interview mit einem Hund

Hund: Ricardo, hast du Angst vor Hunden?

Ricardo: Nur vor bissigen. Bist du bissig?

Hund: Bei Leuten, die ich nicht kenne, verspüre ich den Drang, sie zu beißen. Wen ich nicht kenne, der ist für mich immer ein Feind. Und du? Beißt du gerne?

Ricardo: Nur wenn mich jemand schlecht behandelt oder angesichts einer großen Ungerechtigkeit. Dann werde ich auch bissig.

Hund: Angenommen du findest eine köstliche Speise, hast aber keinen Hunger – vergräbst du sie dann normalerweise auch, um sie später zu essen?

Ricardo: Ich bewahre sie lieber im Kühlschrank auf, oder in meiner Speisekammer.

Hund (greift sich mit der Pfote an den Kopf): Mach das doch nicht! Da könnte doch einfach jemand kommen und dir dein Essen klauen! Aber lass uns das Thema wechseln. Pinkelst du eigentlich?

Ricardo: Natürlich!

Hund: Und wo?

Ricardo: Am WC.

Hund (erschrocken): Aber dann hinterlässt du ja keine Markierung? Wie sollen denn dann die Leute wissen, ob du einem Ort vorbeigekommen bist?

Ricardo: Ich schreibe einen kleinen Text oder mache eine Zeichnung.

(Auszug aus dem Buch Leitura, escrita e reflexão, von Márcia Leite und Cristina Bassi- FTD,1999)